Ehemaligentreffen

Kurz nach Beendigung des Krieges und der sporadischen Wiederzulassung des Amateurboxsportes ab 1947 entwickelte sich der Boxsport neben Fuß- und Feldhandball zu den publikumswirksamsten Sportarten.

Heute kaum vorstellbar, Mannschaften und Kampfstaffeln schossen in Städten und Gemeinden aus dem Boden.
Sie alle hatten Sportler in ihren Reihen, die mit größtem Enthusiasmus, Einsatzbereitschaft, trotz großer Entbehrungen und Härten des täglichen Lebens den Boxsport ausübten.

Die Städte Ribnitz, Wismar, Schwerin, Rostock, Stralsund, Grimmen, Greifswald, Neubrandenburg, Ludwigslust, Parchim und Perleberg waren Hochburgen besonders im Männerboxsport.

Aber auch in den Kleinstädten wie Neubuckow, Grevesmühlen, Warin, Anklam, Grabow und Penzlin wurde intensiv trainiert und regelmäßig veranstaltet.

So wirkte u.a. in Neubuckow der ehemalige Gau- und Ostdeutsche Meister im Federgewicht Hans Gelinski trotz Verlustes des linken Unterarmes im Krieg als Spartenleiter, Trainer und Kampfrichter, bevor er ab 1957 Mitglied der Wismarer Boxabteilung wurde und Jahrzehnte geachteter Kampfrichterobmann des Leistungsbezirkes Rostock des DBV war.

Auf dem Schweriner – Burgsee – Sportplatz kam es 1948 zur ersten großen Boxveranstaltung in Mecklenburg – Vorpommern.

Bereits 1948 fanden im Wismarer Schützenhaus die 1.Landesjugendmeisterschaften statt.
Hier wurde der spätere Schweriner Boxliebling, mehrfache DDR – Meister  und Auswahlboxer Herbert Brien Titelträger im Bantamgewicht. Ortlef Kleemann aus Wismar wurde 1.Landesmeister im Leichtgewicht für die Hansestadt.

1949 machten bei den Landesmeisterschaften der Junioren und Männer u.a. Rudi Donner (Altentreptow), Heinz Alms, Werner Lorenz (Ribnitz-Damgarten), Willi Steinberg (Neustrelitz), Gerhard und Günter Spiegel (Warnemünde), Werner Räsch (Anklam / Greifswald) sowie Günter Jesko (Wismar) auf sich aufmerksam und bestimmten über Jahre das Niveau des Nordens Deutschlands. 

Eine Stadtauswahl der Landeshauptstadt Schwerin unterlag der Staffel aus Wismar mit 10 : 6 Punkten. Im Rückkampf 1949 in der Hansestadt siegten die Gäste aus Schwerin.
Bei der 1.Ostzonen – Bestenermittlung im Jahre 1949 im Berliner Friedrichstadtpalast wurde Herbert Birka im Leicht- und Carl Czoska im Halbschwergewicht “Ostzonenbeste“.

Ernst Kahrmann,  während des Krieges aus Baden an die Ostseeküste gewechselt, bekannt als KO – Matador, belegte Platz 2 im Weltergewicht.

In der Kleinstadt Penzlin unterlagen bekannte Mannschaften u.a. aus Neustrelitz, Stralsund und Grimmen. Im Rahmen der III. DDR – Meisterschaften in Schwerin gelang es Herbert Brien im Fliegengewicht den 1. Meistertitel für einen Boxer aus Mecklenburg – Vorpommern zu erkämpfen.

Kurz nach diesem Erfolg wurde ein Sportler ebenfalls DDR – Meister, der das Box - Einmaleins unter dem ehemaligen Oberst Hopp erlernte: Gerhard Schmidt, der spätere Auswahlboxer.

Im gleichen Jahr führte Ehrenkampfrichter Werner Wallow aus Stralsund “Hänschen“ Naß zum DDR – Vizemeistertitel im Bantamgewicht. Bei diesen DDR – Titelkämpfen unterlag er gegen Hans Birke (Sachsen – Anhalt).

Auf der Insel Poel waren die Schlosswälle eine von allen Gastmannschaften gefürchtete Kampfstätte.

Spartenleiter und Aktiver, Bäckermeister Joachim Groth verstand es vorzüglich kampfbetonte Veranstaltungen zu organisieren und Talente zu formen.

Der als “Rügenkönig“ bekannt gewordene Siegfried Ohl er beendete 1964 nach 200 absolvierten Kämpfen seine erfolgreiche Laufbahn, baute auf der Insel Rügen ein Netz von kleinen Sparten auf, die bei Vergleichskämpfen als Rügenauswahl ein schwer zu nehmendes Bollwerk darstellten.

In Bergen, Putbus, Binz und Prora erlebten besonders in den Urlaubsmonaten tausende die Kämpfe der Rüganer.
In Schwerin startete viele Jahre unter dem Namen “Fortschritt“ und “Einheit“ eine Staffel, die für Furore im gesamten deutschen Boxsport sorgte.

Die Namen Herbert Brien, Gerhard Schmidt, Werner Räsch, Hans Hagen, Siegfried Bogedein, Hanne Jantzen und Herbert Peth hatten damals einen vorzüglichen Klang. Unter Trainer Erich Kaduck, einem  Ex – Profi war die Staffel in Heim - und Auswärtskämpfen kaum zu bezwingen.

Ständige boxsportliche Kontakte bestanden besonders zu Lübeck, Kiel, Braunschweig und Flensburg.

Mit der politischen Wende 1989/90 und auf der letzten DDR-Kindermeisterschaft in Graal-Müritz 1990 fassten Werner Räsch und Fiete von Thien den Entschluss, ein Treffen der Finalisten der ersten Landesmeisterschaften Mecklenburg-Vorpommerns nach dem Krieg ins Leben zu rufen.

1991 war es dann soweit!
Folgende Sportler folgten dem Ruf der Initiatoren und reisten zum 1.Treffen zu drei Tagen in die Hansestadt Wismar oder folgten zu einem der weiteren in Deutschland einmaligen nun folgenden Traditionsterminen :

·    Werner Räsch
·    Herbert Brien
·    Wolfgang Malchow
·    Hans Hagen
·    Werner Lorenz
·    Gerhard Spiegel
·    Willi Steinberg
·    Heinz Alms
·    Günter Spiegel
·    Rudolf Donner
·    Herbert Peth
·    Ortlef Kleemann
·    Erwin Wulf
·    Egon Leske
·    Helmut Wolter
·    Herrmann Neumann
·    Erich Barnick
·    Karl Bullerjahn

Folgende Teilnehmer der Treffen weilen nicht mehr unter uns:

·    Günter Jesko (†)
·    Kurt Rosentritt (†)
·    Ernst Kahrmann (†)
·    Heinz Kopschinski (†)
·    Hans Gelinski (†)
·    Manfred Voltz (†)
·    Paul Kaiser (†)
·    Hans Duda (†)
·    Rudolf Radtke (†)

Nächster Termin für das bereits 18.Treffen ist der Mai 2010 in der Hansestadt Wismar

Veranstaltungskalender

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