Geschichte des Boxsportes in Wismar

Der Boxsport in der Hansestadt Wismar lässt sich zurückverfolgen bis auf das Jahr 1922.

Unter der Leitung des Polizeimeisters Schmidt aus Wismar trug der Polizeisportverein Wismar - Schwerin bereits Vergleichskämpfe mit gegnerischen Mannschaften über die Grenzen des Landes Mecklenburg hinaus aus.
Als Fazit gilt, Wismar war das Boxzentrum des Landes Mecklenburg.

Nach Ende des Krieges waren Fritz Krüger, Willi Boldte und Anton Jesko die ersten Boxpioniere, die in den Sparten Wismar-Süd und Wismar-Ost, später ZSG Anker Wismar für die Wiederbelebung unserer olympischen Sportart in der Hansestadt Wismar sorgten.

Erster Nachkriegslandesmeister aus der Hansestadt war der Junioren-Leichtgewichtler Ortleff Kleemann, der gemeinsam mit dem späteren Schweriner Boxliebling und mehrfachen DDR-Meister Herbert Brien den Titel erkämpfte.

Bei Anker und später bei der BSG Motor Wismar wurde eine sehr gute Nachwuchsarbeit geleistet, die 1952 durch die Silbermedaille durch Siegfried Ruhnau und die Bronze durch Egon Fehrmann bei den DDR-Meisterschaften nachgewiesen wurde.

Erstmals 1955 nahm eine Staffel von Motor  Wismar am Ligawettbewerb teil und zog sich in der laufenden Saison aus dem Wettbewerb zurück (Wismarer Boxerstreik). Danach löste sich die leistungsstarke Sektion von Motor Wismar auf. Kurzfristig übernahm die BSG Aufbau Wismar die Sparte Boxen. Unter anderem Fehrmann, Rosenthal, Wolk, von Thien, Boldt, Wedereit und Althen sorgten das der Boxsport im Gespräch blieb. Wismars Aktive kamen fast ausschließlich in der Auswahl Wismar-Land zusammen mit den Boxern aus Neukloster und Kirchdorf (Poel) bei Veranstaltungen zum Einsatz.

Ein zentraler Beschluß hatte im September 1956 zur Folge, dass in der SG Dynamo Wismar eine Sektion Boxen zu bilden ist.

Unter den Trainern Willi Kurz (vom SC Dynamo Berlin), dem Hansestädter Ortleff Kleemann und dem aus Meiningen nach Wismar versetzten Gerhard Hunger begann eine kontinuierliche Aufbauarbeit. Höhepunkt dieser Zeit war der Juniorenländerkampf DDR – Finnland in der Omnibushalle vor 2000 begeisterten Zuschauern.

Bereits in der Saison 1958/59 nahm eine Staffel an der DDR-Liga teil und begeisterte das zahlreiche Publikum.
Nachdem auf eigenem Wunsch Gerhard Hunger Ende 1961 nach Riesa wechselte, übernahm der ehemalige Aktive des ASK Vorwärts Neubrandenburg Fiete von Thien die Trainings-leitung in der Hansestadt (davon Hauptamtlich von 1962 – 1990).

Nachdem Heinz Lepczik bereits 1964 für die 1. Medaille in der Männerklasse bei DDR-Meisterschaften gesorgt hatte, blieb es dem damals 15jährigen Heini Herrmann vorbehalten den ersten Titel einer heute imposanten Bilanz in die Hansestadt zu holen. (siehe Erfolge)

Bevor mit Bernd Wittenburg 1968 einer der international erfolgreichsten DDR-Boxer (5x DDR-Meister, 2x Vizeeuropa-meister, WM-Bronzegewinner und Olympiateilnehmer) aus Wismar zum SC Dynamo Berlin wechselte, wurde bereits 1967 das Wismarer Trainingszentrum (TZ) gegründet. Hier wurden vor allem die Boxtalente von der AK 11 bis 13 besonders gefordert und gefördert.

Für den DBV der DDR war die Sektion Boxen stets ein zuverlässiger Partner in Fragen Ausrichtung repräsantiver Großveranstaltungen.
Es fanden u.a. statt:
  • Städtekampf Wismar – Stockholm
  • Juniorenländerkämpfe DDR – England (2x)
  • Juniorenländerkampf DDR – Ungarn
  • Seniorenländerkampf DDR – Rumänien
  • Seniorenländerkampf DDR – USA
In letzterem boxte am 14.Februar 1983 im Mittelgewicht für die USA Virgill Hill, der sich auf der Presse- Konferenz anlässlich der Kampfpräsentation gegen Henry Maske im September 2006 und anschließend ausdrücklich an diesen Kampf in Hansestadt Wismar erinnern konnte.

Mehrere Finalveranstaltungen der DDR-Mannschaftsmeisterschaften mit dem Seriensieger SC Traktor Schwerin waren weitere Höhepunkte neben den Halbfinalkämpfen zur DDR-Einzelmeisterschaft 1987 und 1989.
Nach der Wende gab es einen nahtlosen Übergang des Boxsports im Polizeisportverein Wismar e.V., vor allem durch das Engagement von Fiete von Thien, Manfred und Jürgen Spieß.

Finanzielle Grundlage des Weiterbestehens war der Verkauf eines Boxringes an einen Hamburger Verein.
Bald fanden sich mit dem Forsthaus Zierow und der Reinigungsfirma Dewel erste Sponsoren, die halfen den Sportbetrieb fortzusetzen.

Nachdem im Frühjahr 1994 der Wismarer Unternehmer Joachim Fietz mit der Firma Mc Donald´s begann sich für den Nachwuchs zu engagieren, konnten vermehrt Wettkämpfe besucht werden und die Leistungen im Nachwuchs wurden erheblich besser.

1995 stieg unser Verein als KG Wismar/Schwerin auch wieder in den Ligabetrieb ein und blieb bis 2008 ein zuverlässiger Ligaverein.

Bei den ersten Gesamtdeutschen Jugendmeisterschaften 1996 gelang es den Sportlern M.Sawall, Ch.Napp und M.Riebow einen kompletten Medaillensatz in die Hansestadt zu holen.

Die leistungsmäßige Stabilisierung führte dazu, dass unsere kleine Boxabteilung mit Unterstützung der Stadt und zahlreicher Sponsoren und Förderer und vor allem der vielen ehrenamtlichen Helfer mehrere boxsportliche Höhepunkte organisierte:
  • 1995    Vergleichskampf Mecklenburg-Vorpommern - Weißrussland
  • 1996    Vergleichskampf Mecklenburg-Vorpommern - Schweden
  • 1998    Internationale Deutsche Juniorenmeisterschaft (U19)
  • 2000    Deutsche Juniorenmeisterschaft (U19)
  • 2003    Deutsche Kadettenmeisterschaft (U17)
  • 2003    Opel-Cup für U21
  • 2003    Deutsche Männermeisterschaft
  • 2004    Adidas – EM – Gala in Wismar / Dorf Mecklenburg / Schwerin
  • 2004    Opel-Cup für Kadetten (U17)
  • 2005    Deutsche Juniorenmeisterschaft (U19)
  • 2006    Opel-Cup für Kadetten (U17)
  • 2007    Deutsche Kadettenmeisterschaft (U17)
Mit der Teilnahme von Alice Altmann an den Deutschen Meisterschaften 2005 in Worms und dem Titelgewinn bei den Juniorinnen wurde das Frauenboxen in Mecklenburg-Vorpommern angeschoben. In der Zwischenzeit stehen mit Anne Cravaacks Titelgewinn von Berlin 2007 und je zwei weiteren Silber- und Bronzemedaillen weitere Medaillen der Box-Amazonen aus der Hansestadt Wismar zu Buche, während mit Elli Wohlgemuth 2009 nach Bekanntgabe des Olympiastatus für das Frauenboxen die erste Boxerin am Nachwuchsbundesleistungszentrum in Schwerin gefördert wird.  Die Wismarer Nachwuchsarbeit erhielt 1998 und 2003 eine große Würdigung mit der Verleihung des Grünen Bandes, dem Förderpreis der Dresdner Bank. 

Eine große Ehre für unsere Wismarer Boxabteilung ist es, das mit Karl-Heinz Nitzsche als Sportwart die sportlichen Geschicke des Deutschen Boxsports durch einen Wismarer  Boxsportfunktionär mitgelenkt werden.
Darüber hinaus wirkt mit Dr. Harry Kappell ein Trainer in der Nationalmannschaft, der in unserem Verein das Box-ABC erlernt hat. Als nächster Höhepunkt stehen die Deutschen Frauenmeisterschaften vom 07.-10.07.2010 bevor.

Veranstaltungskalender

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